Bertelsmann Stiftung

Kiel - Initiative Zukunftsdialog

Demographie-Profil:

Bundesland

Schleswig-Holstein

Bevölkerung (31.12.2008)

237.579

Entwicklung 2001-2008 (in %)

2,3

Entwicklung 2006-2025 (in %)

2,2

Räumliche Einordnung

Verstädterte Räume - Kernstadt

Demographietyp

Stabile Großstädte mit geringem Familienanteil

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Nach dem deutlichen Bevölkerungsverlust zwischen 1995 und 2000 steigt die Einwohnerzahl aufgrund von Zuzug seit 2001 wieder leicht an. Damit scheint der Trend gebrochen. Dennoch hat es starke Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur gegeben: So hat sich zwischen 1990 und 2003 die Zahl der älteren Einwohner erhöht, während gleichzeitig der Anteil von Kindern und Jugendlichen gesunken ist.
  • Neben der Bevölkerungsentwicklung stellt der Strukturwandel, der Kiel stark prägt, eine weitere Herausforderung dar. Die Wirtschaftsstruktur wird immer stärker vom Dienstleistungssektor geprägt. Zusammen mit Bereichen wie Gastronomie wird ein im Vergleich zum Bundesdurchschnitt deutlich höherer Wert erreicht, während der produzierende Sektor und das verarbeitende Gewerbe in Kiel deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen.
  • Die im Juli 2004 veröffentlichte Studie der Landesregierung „Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein – Konsequenzen des demographischen Wandels“ bietet mit ihrer Konzentration auf die vier Themenfelder „Wirtschaft- und Arbeitswelt“, „Lebenslanges Lernen“, „Infrastruktur und Lebensumfeld“ und „Gesellschaftliches Leben“ einen Anknüpfungspunkt für die Arbeit auf kommunaler Ebene.
  • Als Teil der K.E.R.N.-Region und damit auch Teilnehmer des Modellprojekt „Lebensqualität ein Leben lang – Seniorenorientierter Wirtschaftsraum K.E.R.N.“ beschäftigt sich Kiel bereits mit der Entwicklung von Strategien zur rechtzeitigen Anpassung und Modernisierung der Wirtschafts- und Infrastruktur unter den Rahmenbedingungen des demographischen Wandels.

Ziel:

  • Ziel ist die Initiierung eines gemeinsamen Zukunftsdialoges in Kiel. Dabei stehen zunächst die Sensibilisierung, die Bewusstseinsbildung und die Vernetzung der Beteiligung im Vordergrund.

Strategie:

  • Mit Demographie-Konferenzen versucht die Landeshauptstadt auf die Brisanz des Themas aufmerksam zu machen. Außerdem erhofft sie sich von den Teilnehmern Impulse für das weitere Vorgehen in Sachen Bevölkerungsentwicklung in Kiel.
  • Weiterer Schwerpunkt der Kieler Gesamtstrategie ist die Forcierung des Prozesses zur Steigerung der Familien- und Kinderfreundlichkeit. Die Stadt hat das „strategische Oberziel“, kinder- und familienfreundlichste Stadt in Deutschland zu werden (die anderen Oberziele: „Arbeit schaffen“, „Wissenschaft stärken“, „Kiel Sailing City - Welthauptstadt des Segelns“, „Verkehrsanbindung verbessern“).

Meilensteine:

  • August 2004: Rat beauftragt die Verwaltung eine Auftaktveranstaltung „Demographie-Konferenz“ und mehrere thematische Fachkonferenzen in 2005 zu organisieren.
  • Januar 2005: Auftaktveranstaltung
  • Juni 2005: „Kommunale Lebenswelten im Wandel: Älter werden in der Zukunft“
  • Januar 2006: „Familienfreundlichkeit als kommunale Strategie“ (gemeinsam mit dem lokalen Bündnis für Familien)
  • März 2007: „Herausforderung und Chance für Wirtschaft und Arbeitswelt“ (gemeinsam mit der Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft KiWi GmbH und der Frauenbeauftragten der Landeshauptstadt Kiel)
  • Gegenwärtig noch ohne Terminierung: Gesamtauswertung

Akteure:

  • Verwaltung
  • Politik
  • Verbände, Organisationen
  • Experten

Umsetzung:

  • Zur Gestaltung des demographischen Wandels hat sich die Landeshauptstadt Kiel eine auf fünf Grundsätzen aufbauende Arbeitsstruktur gegeben:
    • Dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe „Demographische Entwicklung“
    • Schaffung einer gemeinsamen Datengrundlage (Bevölkerungsvorausberechnung) mit allen Fachämtern und für alle Fachplanungen
    • Intensive Kommunikation mit allen (kommunalen) Akteuren
    • Konkretisierung durch umsetzungsfähige Einzelprojekte und Maßnahmen
    • Ganzheitlicher Ansatz und Beteiligung durch „Kieler Demographie-Konferenzen“
  • Auf der Auftaktveranstaltung am 26. Januar 2005, an der rund 180 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teilgenommen haben, wurde ein Ausblick darauf gegeben, wie die Einwohner in Kiel in 10, 20 oder 30 Jahren leben werden. Darüber hinaus wurden auch erste Aufgaben für Stadt und Region skizziert. Außerdem ist das Projekt „Seniorenorientierter Wirtschaftsraum K.E.R.N.“ vorgestellt und ein Impuls zum Thema „Gleichbehandlung der Geschlechter und Sicherstellung der Kinderbetreuung als Voraussetzung für demographische Nachhaltigkeit“ gegeben worden.
  • Der Auftaktkonferenz folgten drei Fachkonferenzen mit jeweils bis zu 150 Teilnehmenden. Die Schwerpunktthemen der Konferenzen waren von der dezernatsübergreifenden Arbeitsgruppe als die Bereiche identifiziert worden, auf die sich die aktive Gestaltung des demographischen Wandels fokussieren sollte, um bedarfs- und wirkungsorientiert zu sein. Gemeinsame Klammer dieser Fachkonferenzen sind die (Aus-)Wirkungen auf die Themenbereiche Frauen, Migration/Integration und Infrastruktur. Die Fachkonferenzen im einzelnen:
    • „Kommunale Lebenswelten im Wandel: Älter werden in der Zukunft“ am 8. Juni 2005
    • „Familienfreundlichkeit als kommunale Strategie“ im Januar 2006
    • „Herausforderung und Chance für Wirtschaft und Arbeitswelt“ im März 2007
  • Im Kieler Raum wurden in der letzten Zeit Projekte realisiert, die gleichzeitig als Ansatz zur Bewältigung des demographischen Wandels angesehen werden können und daher weiter gefördert bzw. ausgebaut werden müssen. Dazu gehören Wohnmodelle (z. B. Wohnformen für Alleinerziehende in Pries oder generationenübergreifendes Wohnen in Kiel-Mettenhof) und bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote sowie Angebote des Einzelhandels.

Bürgerbeteiligung:

  • Neben der regulären Beteiligung der Ortsbeiräte sowie des Seniorenbeirates und des Behindertenbeirates an der Kommunalpolitik in Kiel ist im Rahmen der Umsetzung der „Gesamtkonzeption: Kiel – die kinderfreundliche Stadt“ vorgesehen, neue Elemente der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu erproben.

Finanzierung:

  • Für die Durchführung der Fachkonferenzen stehen Haushaltsmittel zur Verfügung.
  • Einzelne handlungsorientierte Maßnahmen sind jeweils projektbezogen zu finanzieren.

Erfolge:

  • Die hohen Teilnehmerzahlen der Kieler Demographie-Konferenzen untermauern das große Interesse in der Kieler Bürgerschaft an strategischer Zukunftsplanung.

Kontakt:

Nico Sönnichsen
Referent des Sozialdezernenten der Landeshauptstadt Kiel
Telefon: 0431 901-3018
› E-Mail 
Internet: » www.kiel.de

Weitere Informationen:

 

Stand: Dezember 2007

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Nico Sönnichsen
Referent des Sozialdezernenten der Landeshauptstadt Kiel
Telefon: 0431 901-3018
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